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Ebbe und Blut

Ebbe und Blut
Buchrezension Ebbe und Blut

Ich möchte euch hier das Buch „Ebbe & Blut“ von den beiden Nürnberger Studentinnen Luisa Strömer und Eva Wünsch vorstellen. 

Eckdaten

Buchtitel: Ebbe & Blut. Alles über die Gezeiten des weiblichen Zyklus

Autorin: Luisa Strömer und Eva Wünsch

Verlag: Gräfe und Unzer

Erscheinungsjahr: 2017

ISBN: 978-3-8338-6112-3

Seitenzahl: 239

 

 

Inhalt

Den Inhalt habe ich geteilt in den Klappentext und eine kurze Zusammenfassung in meinen Worten.

 

Klappentext

„Wir hatten Abi gemacht, fast fertig studiert und trotzdem nicht den leisesten Schimmer, dass der Eisprung kein Sprung und Blut nicht immer Blut ist.“

Luisa Strömer und Eva Wünsch nehmen kein Blatt vor den Mund und holen den weiblichen Zyklus aus der Tabuzone. Allen Vorgängen des Uterus von der ersten bis zur letzten Blutung schenken sie die notwendige Aufmerksamkeit – selbstbewusst und ohne falsche Scham.

 

Zusammenfassung

Nach einem kurzen Vorwort geht es erstmal um die anatomischen Grundlagen und den Ablauf des Zyklus. Es werden die verschiedenen Blutungen besprochen und auch die unterschiedlichen Hygieneartikel, die der Frau zur Verfügung stehen.

Danach geht es weiter mit Störungen des Zyklus und der Blutung und wie frau ihrem Zyklus auf natürliche Weise auf die Sprünge helfen kann. Zum Abschluss werden noch die unterschiedlichen Verhütungsmittel und -methoden angesprochen.

 

 

Über die Autorinnen

Luisa Strömer und Eva Wünsch kommen aus der Nähe von Nürnberg und studierten bis 2016 zusammen Grafik Design & Illustration an der TH Nürnberg. Seit Beginn des Studiums sind sie ein unschlagbares Team und entwickelten zusammen das Konzept von „Ebbe & Blut“.

Warum sie machen, was sie machen: „In allererster Linie – noch weit bevor wir zusammen Bücher machen, gemeinsam über Adobe Illustrator verzweifeln, an Grundrechenarten scheitern und uns Steuererklärungstipps mailen – sind wir Freundinnen. Und zwar nicht irgendwelche, sondern ziemlich dicke.“

 

 

Mein Fazit

Das Buch stammt von zwei Design-Studentinnen und das sieht man auch. Die Aufmachung ist sehr modern und eigenwillig. Damit treffen sie sicher den Zahn der Zeit und sprechen ihr Zielpublikum – junge Frauen – zielsicher an. Der Schreibstil ist jugendlich und familiär. Das Buch lässt sich sehr einfach und rasch lesen und setzt keine Vorbildung voraus.

Nachdem ich den Klappentext und das Vorwort gelesen habe, war ich eigentlich sehr positiv gestimmt. Das Vorwort besteht aus einem glühenden Plädoyer für mehr Weiblichkeit, für mehr Offenheit und für einen zyklischen Lebensstil im Sinne der natürlichen Abläufe im Körper der Frau. Danach ging es leider rapide bergab. Im anatomischen Teil gibt es einige Fehler, so wird bspw. Muttermund und Gebärmutterhals verwechselt. Im Prinzip nicht so schlimm, in einem Sachbuch, das Frauen endlich aufklären will meiner Meinung nach aber doch bedenklich. Weiter geht es sodann mit dem typischen Mythos, dass der weibliche Zyklus 28 Tage dauert und der Eisprung an Tag 14 stattfindet. Sehr schade, da hier endlich mal mit den gängigen Artikeln dazu gebrochen hätte werden können. Das wäre bahnbrechend gewesen. Noch dazu wo die Informationen dazu ganz leicht zu googlen sind – so haben nur etwa 13% aller Frauen einen Zyklus von 28 Tagen und lediglich 2% eine Schwankungsbreite von 0-2 Tagen. Hier von Durchschnitt zu reden ist also eindeutig an der Realität vorbei.

Auch im Kapitel über natürliche Verhütung und die symptothermale Methode findet sich ganz viel Falsches und Halbwahres. Man sieht, dass sich die Autorinnen nicht wirklich mit der Materie beschäftigt haben und keinen Schimmer davon haben, was eigentlich wirklich dahinter steckt. Hormonelle Verhütungsmittel werden dafür breit beschrieben, wobei die Nebenwirkungen leider wieder unter den Tisch gekehrt und mit ein bisschen Kopfschmerzen oder Akne abgetan werden.

Der Rest des Buches ist eine reine Abschreibarbeit diverser Bücher und Internetseiten. Nachdem das Buch in diversen Foren so umjubelt wurde, habe ich wirklich neue Denkanstöße vermisst. Hier wird nicht mal ansatzweise an der Tabuzone gerührt. Auch wird nicht darauf eingegangen, was zyklisch leben wirklich heißt und was das z. B. gerade für Frauen, die unter Zyklusstörungen oder PMS leiden bedeuten würde. Ich kann dieses Buch daher nicht weiter empfehlen. Chance verpatzt. Schade!

 

 

Das Rezensionsexemplar wurde mir vom Verlag Gräfe und Unzer kostenlos zur Verfügung gestellt. Danke dafür.

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