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Meine Geburtsgeschichten

Meine Geburtsgeschichten
Geburtsgeschichten

In diesem Artikel möchte ich dir einen sehr persönlichen Einblick in die Geburten meiner beiden Töchter geben. Viel Spaß beim Lesen. Zwischen den beiden Geburten liegen nur 15 Monate, dennoch sind sie völlig unterschiedlich wie auch meine Mädchen. 

 

Prinzessin 1

In der Schwangerschaft meiner ersten Tochter war ich noch ziemlich planlos. Ich wusste zwar, was ich ungefähr wollte und was nicht, von einer selbstbestimmten Geburtsreise waren meine Gedanken aber meilenweit entfernt.
Obwohl ich in der 20. Woche wegen meiner Rücken- und Ischiasproblematik freigestellt wurde, genoss ich doch im Großen und Ganzen die Schwangerschaft. Ich sprach viel mit meinem Baby, liebte es die Bewegungen zu spüren und schaute mir auch immer mal wieder einen Geburtsfilm an (wobei es leider nicht die Richtigen waren). Je näher der Geburtstermin rückte, desto aufgeregter wurde ich. Ich meldete mich im Rudolfinerhaus im 19. Wiener Gemeindebezirk an und absolvierte dort auch einen Geburtsvorbereitungskurs bei der wunderbaren Beate Kayer, die mittlerweile ihre Hebammenordination in Pinkafeld eröffnet hat. Sie gab mir auch eine erste Einführung in das, was Geburt ist und was sie sein kann.

Schließlich war er da – der Abend vor dem Geburtstag (was ich damals natürlich noch nicht wusste). Es war ein recht lustiger Abend, mein Mann und ich haben uns den Film Hangover angeschaut und Tränen gelacht. Mein ganzer Bauch hat gewackelt, obwohl unsere Prinzessin seit zwei Tagen sehr ruhig geworden war. Nach dem Film ging der Schleimpfropf ab. Aufgeregt erzählte ich meinem Mann davon und ich spürte, wie mein Adrenalinpegel stieg. Wir schafften es trotzdem irgendwie einzuschlafen. Um 1 Uhr in der Nacht meldeten sich die ersten Wehen und ich wusste sofort, dass diese anders waren als die unzähligen Übungswehen während der Schwangerschaft.

Nachdem ich die ganze Nacht mehr oder weniger regelmäßig „herumgeweht“ hatte, standen wir um 8 Uhr auf und frühstückten ausgiebig. Mein Mann rief in der Firma an um bescheid zu geben, dass sein Babyurlaub nun beginnen würde. Danach packten wir uns zusammen und kamen um 10 Uhr im Rudolfinerhaus an. Nach der Anmeldung ging es für mich direkt in den Kreissaal und ab ans CTG, das schon ordentliche Wehen verzeichnete. Leider sind wir – wie ich jetzt im Nachhinein weiß – viel zu früh in die Klinik gefahren und so wurde es ein ewig langer Tag. Damals wusste ich noch nicht, wie Geburtsarbeit funktioniert und was für einen guten Verlauf förderlich ist. Deshalb bin ich fast den ganzen Tag im Bett am Rücken gelegen und habe mich irgendwann auch ziemlich selbst bemitleidet. Das wird sicher zu der langsamen Eröffnungsphase beigetragen haben.

Um 18 Uhr war es schließlich soweit. Genau als mein Mann sich etwas zu essen holte und ich ganz allein im Kreissaal auf dem Pezziball herumhüpfte platzte endlich die Fruchtblase. Und gleich darauf ahnte ich auch, wie sich richtige Presswehen anfühlen würden. Die Wehen nahmen an stark an Intensität zu, aber leider ließ ich mich wieder ans CTG hängen und somit auf den Rücken legen. Gegen 21 Uhr war ich schlussendlich so erschöpft von der unproduktiven Geburtsarbeit, dass ich mir eine PDA setzen ließ. Mein Mann hielt mich umarmt, während der Anästhesist die Nadel setzte. Danach spürte ich quasi sofort Erleichterung, auch wenn es ein äußerst unangenehmes Gefühl ist, wenn die Beine plötzlich nicht mehr dem eigenen Willen unterworfen sind. An die Zeit während der PDA kann ich mich nicht mehr wirklich erinnern, da sie nicht nur mein Schmerzempfinden, sondern auch meine Erinnerungen benebelt hat. Irgendwann war jedoch Schluss mit der Erholung und die PDA hörte pünktlich zu den Presswehen auf zu wirken.

Um 23:20 schließlich schlüpfte unsere kleine Prinzessin nach unzähligen Presswehen doch noch. Sie war durch die Druckverhältnisse blau angelaufen und über und über mit Käseschmiere bedeckt. Und trotzdem war sie das Schönste, was ich je gesehen haben. Ich verliebte mich auf Anhieb in meine kleine Tochter. Nachdem mein Frauenarzt meine Geburtsverletzungen genäht hatte, konnte ich auch endlich richtig kuscheln und meine Tochter das erste Mal vorsichtig Richtung Brust legen. Wir genossen die ersten Stunden zu dritt völlig ungestört und ich konnte mich gar nicht satt sehen. Alle Müdigkeit von dem anstrengenden Tag war wie weggeblasen und so schlief ich erst gegen 4 Uhr morgens ein. Glückselig! Wir hatten es geschafft!

 

Prinzessin 2

Schon die Schwangerschaft erlebte ich ganz anders, als bei meiner großen Tochter. Ich hatte zwar wieder massive Rücken- und Ischiasprobleme – diesmal auch von Anfang an – aber diesmal hatte ich ja auch noch ein Baby zu versorgen. Meine kleine Große war zu Beginn der zweiten Schwangerschaft gerade 6 Monate alt geworden, also noch viel zu klein um zu begreifen, was da vor sich geht. Wir kuschelten viel und ich genoss die Zeit zu Zweit mit meiner Tochter. Dann kam der große Schreck. In der 26. Woche bekam ich vorzeitige Wehen. Ein stationärer Spitalsaufenthalt, die Lungenreife und verordnete Bettruhe waren die Folge. Glücklicherweise blieb unsere zweite Prinzessin doch noch länger im warmen, molligen Mamabauch. Die folgenden Wochen vergingen zwar recht mühsam, zum Glück hatte ich aber meine Schwiegermutter in der Nähe, die mir viel geholfen hat. Ab der 32. Woche war die Gefahr von Komplikationen nicht mehr so hoch und so konnte ich, nachdem auch keine muttermundwirksamen Wehen mehr auftraten, wieder aufstehen und die letzten Wochen noch so richtig genießen.

In der 36. Woche fuhr ich zur abschließenden Untersuchung zu meinem Frauenarzt. Ich hatte in der Nacht schlecht geschlafen und irgendwas fühlte sich komisch an. Der Ultraschall bestätigte mein Gefühl. Unsere Prinzessin hatte sich in der Nacht gedreht und saß nun gemütlich in Beckenendlage. Ein möglicher Kaiserschnitt stand im Raum – mein absoluter Albtraum! In den nächsten zwei Wochen probierte ich gefühlt einmal alles aus, um die kleine Maus zur erneuten Drehung zu bewegen. Indische Brücke, Taschenlampe, Lagerungsmanöver, Kopfhörer mit Musik, … In der 38. Woche spürte ich endlich, wie sich unser Baby wieder in die Schädellage drehte, was mir auch vom Spital bestätigt wurde. Meine Erleichterung war unsagbar groß! Die kommende Woche war geprägt von insgesamt drei Fehlstarts. Wehen kamen, wir fuhren in die Klinik (immerhin 50 Minuten pro Strecke) und nach einigen Stunden ergebnislos und mit Babybauch wieder heim. Ich war schon völlig verunsichert. Eigentlich hatte ich ja vor nicht allzu langer Zeit schon ein Geburtserlebnis, eigentlich sollte ich also wissen, wann es wirklich losgeht…

Am Tag des errechneten Geburtstermins kamen wir um 15 Uhr für eine Routine-Untersuchung in der Klinik. Alles war ruhig, sowohl in meinem Bauch als auch am CTG. Dennoch sagte die diensthabende Hebamme, dass sie mich gerne da behalten würde. Sie habe im Gespür, dass es bald los ginge. Mein Mann und ich machten große Augen, da wir selbst nicht daran glaubten, aber wir ließen uns anmelden. So verbrachten wir den restlichen Tag damit, im Garten der Klinik spazieren zu gehen und zu plaudern. Nur zu zweit genossen wir die Auszeit von zuhause.  Schließlich gingen wir schlafen. Da alle Kreiszimmer frei waren, wurde mit direkt ein Kreisbett gerichtet. Und tatsächlich. Kurz nach Mitternacht spürte ich die ersten sanften Wehen kommen. Ich bewegte meine Hüften, ging in den Vierfüßler-Stand, tanzte leicht mein Baby ins Becken hin zur Geburt. Es war so ganz anders, als bei der ersten Geburt, in der ich quasi durchgehend am Rücken lag und mich nicht bewegte.

Um 7 Uhr früh, pünktlich zum Frühstück und zum Schichtwechsel der Hebammen, begannen die richtigen Geburtswehen. Ich aß so gut es ging fertig und bewegte mich auch dem Pezziball, um die Wehen gut verarbeiten zu können. Die Wehen waren so rasant da, dass ich kaum Zeit hatte, mich zurecht zu finden. Schließlich wollte ich auf dem Bett knien. Ich spürte, wie die Presswehen begannen, aber die Fruchtblase war nach wie vor intakt und laut Hebamme rutschte das Köpfchen unserer Prinzessin nach jeder Wehe wieder aus dem Geburtskanal heraus. Nach kurzer Zeit war ich zu erschöpft für den Vierfüßler und legte mich auf die Seite. Das obere Bein von der dazu gekommenen Hebamme gehalten und meinen Mann fest im Arm schrie ich unsere Prinzessin schließlich um 08:06 in die Welt hinaus. Es war eine schnelle und so kraftvolle Geburt, die ohne jegliche Intervention oder Geburtsverletzung ablief.

Auch die ersten Tage nach der Geburt liefen ganz anders ab, als bei unserer ersten Tochter. Durch die kurze und interventionsfreie Geburt und die enorme Hormonausschüttung war sofort nach der Geburt wieder fit. Was heißt fit – ich fühlte mich, als könnte ich Bäume ausreißen! Das Stillen funktionierte ganz wunderbar, meine Tochter wusste sofort, was sie tun musste. Am zweiten Tag hatte ich bereits meinen Milcheinschuss, der durch das gute Saugen auch viel sanfter ausfiel als beim ersten Mal. Meine jetzt große Tochter besuchte uns jeden Tag. Beim ersten Mal noch ganz verschreckt, hatte sie bald ihre kleine Schwester in ihr großes Herz geschlossen. Das hat sich bis zum heutigen Tag auch nicht mehr geändert.

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